Hospizabend mit Heinrich Siefer

Muttersprache ist die Sprache, mit der wir in der Familie aufgewachsen sind, die uns emotional an frühe Eltern – und Kindheitserfahrungen binden. Die Erstsprache zu hören, vermittelt ein Gefühl von Vertrautheit und Sicherheit und hilft über manche befremdende und beängstigende Situation hinweg. Ein zentrales Kennzeichen der Hospizarbeit ist die Achtung vor der Persönlichkeit und Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse, - und somit auch der Muttersprache. Sie ermöglicht Emotionen adäquat und angemessen auszudrücken. Mit der Berücksichtigung der Muttersprache, werden Menschen am Ende des Lebens auf einer sehr individuellen und emotionalen Ebene angesprochen und angenommen. Die Berücksichtigung der Muttersprache – hier der plattdeutschen Sprache - in der Begleitung Sterbender kann als eine "vertrauensbildende Maßnahme" angesehen werden, auch als Zeichen von Wertschätzung und Respekt. Wie das geschehen kann, dazu möchte ich gern einige Impulse geben.

Hospizabend mit Doris Rode

In erster Linie ist es ein Mensch, in zweiter Linie ist er vielleicht nicht mehr orientiert. Validation in ihrer wörtlichen Übersetzung meint "gültig erklären, wert sein." Validieren ist eine Methode der sozialen Arbeit. Im Umgang mit dementen Menschen ist sie jedoch eher eine Grundhaltung. "Ich erkenne dich an, lasse dich als Person gelten, schätze dich wert." Diese Haltung ist spürbar für den alten Menschen. Eine Haltung der liebevollen fokussierenden Aufmerksamkeit, geprägt von Empathie und Toleranz, aber auch bewusst eingesetzten Interventionen und Formen der Kommunikation. Den Menschen einfach so lassen wie er ist und einen Weg finden mit ihm in einen echten Kontakt zu kommen. Das ist die Kunst der Validation, so wie sie die Begründerin der klassischen Validation Naomi Feil versteht. Achtung vor dem Alter, der Bedeutung der Rolle und der Kompetenz des alten Menschen; Tom Kitwood bezieht in seinem personzentrierten Ansatz ebenfalls Anerkennung, Respekt und Vertrauen in die Begleitung und Pflege dementiell erkrankter Menschen ein. Er geht davon aus, dass die Bearbeitung psychischer Bedürfnisse wie Geborgenheit, Identität, Bindung, Aktivität und Inklusion entscheiden dazu beitragen, ob ein Mensch mit Demenz sich sicher, wohl, geschätzt und nützlich fühlt. Ihm dabei Hilfestellung zu geben, das Person-sein aufrecht zu erhalten und den Menschen mit seinen Bedürfnissen in den Mittelpunkt stellen, soll ebenfalls eine Grundhaltung in der Begleitung sein. Wie die Haltung vom Person-sein und Person-bleiben in der Praxis umgesetzt werden kann, soll an diesem Hospizabend vorgestellt werden.

Hospizabend mit Gerlinde Geiss-Mayer

Sterbebegleitung ist jedes Mal anders und individuell. Sich auf den gegenwärtigen Moment einzustellen, ohne Erwartung zu sein und aus der Präsenz heraus handeln zu können, sind daher bedeutsame Grundkompetenzen in der Betreuung und Begleitung sterbender Menschen und ihrer An- und Zugehörigen. Frank Ostaseski, ein Pioneer in der amerikanischen Hospizbewegung, ein Wegbegleiter von Elisabeth Kübler-Ross, Stephen Levine, Ram Dass und anderen und der Gründer des Zen Hospice Projects in San Francisco hat fünf Einladungen ausgesprochen. Fünf Einladungen für alle Menschen, die Sterbende und ihre Familien begleiten. Sie sind dazu gedacht uns anzuregen, unsere Arbeit unter dem Blickwinkel von Achtsamkeit und Präsenz zu reflektieren. Sie sind Einladungen dazu, unser Handeln und Dasein in immer sich wandelnden äußeren Situationen darauf auszurichten, präsent für unser Gegenüber und gefestigt in einer klaren inneren Haltung zu sein. Dr. Gerlinde Geiss-Mayer wird an diesem Abend diesen Ansatz vorstellen. Sie hat schon in ihrer Dissertation betont, wie hilfreich Achtsamkeit als Lebensform und Empathie für Resilienz sein kann. Sie ist Psychotherapeutin, Psychoonkologin und Achtsamkeitslehrerin und beschäftigt sich seit 20 Jahren mit Sterben, Tod und Trauer. Sie wohnt mit ihrer Familie am Zwischenahner Meer.

Hospizabend mit Michael Strodt

In den Hospizen und Palliativstationen werden ausschließlich Patienten behandelt und begleitet, deren schwere Erkrankung weit fortgeschritten ist, weiter fortschreitet und deren Lebenserwartung absehbar begrenzt ist. Die Ziele palliativer Versorgung sind die Linderung aller Leiden und Sorgen und die Erhaltung bzw. Wiederherstellung von Lebensqualität. Im gesamten Tun ist das nahende Sterben ständiges Thema, um das sich – ausgesprochen oder nicht – alles dreht. Der Tod geht immer mit, muss bearbeitet und ausgehalten werden. Die Fokussierung auf das Lebensende gilt sowohl für die Patienten wie auch für die dort Arbeitenden. Die in diesem Feld arbeitenden haupt- und ehrenamtlich Tätigen sind sich bewusst, dass sie sich in einem vom Tod kontaminierten sozialen Raum bewegen. Mit diesem Hospizabend gehen wir der Frage nach, wie viel Auseinandersetzung mit Sterben, Tod und Trauer erträglich, verträglich ist. Es geht sicher nicht darum, ob das Thema bekömmlich ist, sondern, wie man, ohne Schaden zu nehmen, tagtäglich darin arbeitet. Er möchte Denkangebote geben, mit den besonderen Belastungen vielleicht neu und anders umzugehen. Es geht dabei manchmal nur um ein Umdenken, ein Umbenennen, um das Einnehmen einer anderen Perspektive oder auch um konkrete Handlungsoptionen. Gleichzeitig weist es auf die Kraftfelder und Schutzfaktoren hin und macht die Kostbarkeit der Arbeit in diesem existentiellen Feld deutlich.

Hospizabend zu Matthias Thöns

Das Buch von Matthias Thöns, der als niedergelassener Palliativarzt vielfältige Erfahrungen mit der Übertherapie am Lebensende gemacht hat, bricht ein lange gehegtes Schweigen unter Ärzten. Viele wissen es, keiner sagt es: Die Welt vieler Kliniken wird von Ertrag und Gewinn regiert. Da das Abrechnungssystem nach DRG im Besonderen auf schwere Diagnosen und ihnen folgende große Eingriffe fußt, sind Sterbenskranke hier besonders "leichte Beute". Das Buch ist ein wichtiger Beitrag dagegen. Mit großer Detailkenntnis schreibt Matthias Thöns vom "Geschäft mit dem Lebensende", das mit "Patient(en) ohne Verfügung" in den deutschen Kliniken gemacht wird. Inzwischen spricht auch der deutsche Ethikrat von einer "besorgniserregenden Entwicklung in der Krankenhausmedizin" und von einer "Konzentration auf besonders gewinnbringende Behandlungsverfahren". Prof. Gerlach spricht sogar von einer "organisierten Verantwortungslosigkeit", von "falschen Anreizmodellen für Ärzte, zu vielen Krankenhäusern und viel zu vielen unnötigen Leistungen". Was hilft sind für Thöns mutige Ärzte und Pflegekräfte, die sich dem System widersetzen. Was hilft sind entsprechende Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten. Was hilft ist aber vor allem auch eine gute Hospiz- und Palliativversorgung.

Hospizabend mit Christoph Hutter

Im der Hospizbegleitung werden Sterbende und ihre Angehörigen nicht voneinander getrennt betrachtet – wir sehen sie als eine Einheit. Mit diesem Hospizabend wollen wir uns besonders den An- und Zugehörigen widmen. In ihrer Doppelrolle als Betroffene und Pflegende sind sie häufig ganz besonderen Belastungen ausgesetzt, die auf den ersten Blick nicht immer offensichtlich sind. Die Angehörigen müssen mit dem Sterben und dem Tod eines nahen Menschen weiterleben und können sich dies vielleicht gar nicht vorstellen. Viele leiden oft mehr daran, zurückzubleiben, als den geliebten Menschen zu verlieren, wie es Mascha Kaleko so treffend in ihrem Gedicht beschreibt. An diesem Abend werden die unterschiedlichen Perspektiven der Betreuung von Angehörigen beleuchtet. Wie können Familien angesichts existentieller Ausnahmesituationen gut unterstützt werden? Dr. Christoph Hutter ist Leiter des Psychologischen Beratungszentrums Lingen. Seinen Vortrag hat er für den Bayrischen Hospiz- und Palliativtag 2016 in Kempten erarbeitet.

Hospizabend mit Kirsten Höfer

Wie können Familien mit unheilbar erkrankten Kindern zu Hause unterstützt werden? Diese Frage will unser Hospizabend beantworten, der sich an alle Interessierten wendet, die sich dafür ehrenamtlich engagieren wollen. Kinderhospizbegleiter fahren für einige Stunden in der Woche in die Familien, beschäftigen sich mit dem kranken Kind, spielen mit den Geschwistern und haben ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte. Manche Eltern suchen aber auch einen einfühlsamen Gesprächspartner, der sie auf dem Weg der Krankheit und über den Tod ihres Kindes hinaus begleitet. Die Familien können nach Vorgabe der Krankenkassen pro Jahr höchstens vier Wochen in das stationäre Kinder- und Jugendhospiz Syke kommen – die "restlichen" 48 Wochen sind sie zu Hause auf sich selbst gestellt. Bevor die Kinderhospizhelfer in die Familien gehen, werden sie von "Löwenherz" intensiv auf ihren Einsatz vorbereitet. Durch eine insgesamt 120 Stunden umfassenden Schulung erfahren sie beispielsweise, wie Menschen in Krisensituationen reagieren, lernen die Auswirkungen unterschiedlicher Krankheitsbilder von Kindern kennen und erhalten wichtige Informationen über den Umgang mit Sterben, Tod und Trauer.

Hospizabend mit Kerstin Bloms

"Hospiz macht Schule" koordiniert die Durchführung von Projektwochen in Grundschulen durch ein spezifisch vorbereitetes Team von Ehrenamtlichen. Ziel des Projektes ist es, Kinder mit dem Thema "Tod und Sterben" nicht alleine zu lassen. Im geschützten Rahmen sollen sie vielmehr die Möglichkeit bekommen, alle Fragen, die sie zu den Themen bewegen, zu stellen und so gut wie möglich beantwortet zu bekommen. Durch die Projektwoche gestalten die Kinder die 5 einzelnen Projekttage deshalb anhand ihrer eigenen Fragen, Erfahrungen und Potentiale und bekommen so eine wesentliches Empowerment in ihrer kulturellen Bildung zur "richtigen" Zeit. Das Projekt wirkt insofern meist präventiv. Die Eltern der Kinder lernen durch das Projekt, dass es gerade wichtig ist, bei den sensiblen Fragen des Lebens mit den Kindern offen zu sprechen und nichts zu verdrängen. Sie selbst haben oftmals bei dem Thema schwierige Erfahrungen gemacht und wissen vielfach nicht, wie sie Ihre Kinder da wirklich unterstützen können. Die Lehrenden an den Grundschulen erfahren durch das Projekt neue Zugangswege im Bereich der elementaren Pädagogik.

Hospizabend mit Matthias Prehm

Volksweisheiten wie: "Lachen ist die beste Medizin" oder "Humor ist, wenn man trotzdem lacht", kennt jeder. Doch wie kann man in Zeiten von Stress, Überbelastung und Unterbesetzung den Spaß an der Arbeit nicht verlieren? Gerade am Arbeitsplatz ist es wichtig, sich den Sinn für Humor, den jeder hat, zu bewahren oder neu zu entdecken. Manchmal hat sich dieser Sinn unter der Flut von Arbeit, Verantwortung und Hektik nur versteckt und möchte gefunden werden! Denn wenn Menschen lachen können, fühlen sie sich auch wohl – "Humor ist ein soziales Schmiermittel". Seit geraumer Zeit ist auf dem Gebiet der Gelotologie (griechisch: gelos = lachen) viel geforscht worden und die Ergebnisse sind eindeutig: Lachen ist gut für den Körper, gut für die Seele und gut für das menschliche Miteinander! Matthias Prehm ist Fachkrankenpfleger für Anästhesie und Intensivpflege, Praxisanleiter, Lach Yoga Leiter, Inhaber der Seminar Agentur HumorPille und Botschafter der Stiftung Humor Hilft Heilen von Dr. Eckart von Hirschhausen.

Hospizabend mit Christoph Gilsbach

In seinem Stück "Das Leben" spricht der studierte Pantomime Christoph Gilsbach über den Umgang mit dem Tod und schlüpfte dafür in verschiedene Rollen. Der studierte Pantomime aus Münster hatte das Programm über den Umgang mit dem Tod bei seiner Arbeit als Krankenhaus-Clown "Professor Spaghetti" erarbeitet. "Durch diese Arbeit begegne ich der Heiterkeit, dem Lachen und der Freude in den Gesichtern der Menschen", sagt Gilsbach. "Allerdings, auch der Krankheit, dem Leid und auch dem Tod. Die ersten Erfahrungen mit der Begegnung des Todes im Krankenhaus haben mich tief gerührt und bewogen mich mit diesem Thema zu beschäftigen. Das Resultat ist mein Pantomimenreigen 'Das Leben', welches ich für die Hospizbewegung entwickelt habe." Ein außergewöhnliches Theaterstück, ganz ohne Worte. Ergreifend durch die Darstellung der einzelnen Lebensstationen, die sicher jeder schon einmal erlebt hat. Packend, mitreißend und mit einem ermutigendem Ende.

Hospizabend mit Norbert Mucksch

Trauernde wollen in ihrer Gefühlslage gehört, akzeptiert und verstanden werden. Im alltäglichen Umfeld erfahren sie eine solche ausdrücklich wertschätzende Haltung oftmals nicht oder zeitlich nur eng begrenzt. Die wiederkehrende Erinnerung und das Bedürfnis, immer wieder neu vom verstorbenen Menschen und gemeinsamen Erfahrungen zu erzählen und den eigenen Verlust zu benennen, all das findet im Erleben Trauernder vielfach nicht die notwendige Aufmerksamkeit und Akzeptanz. Auf Seiten trauernder Menschen kann dies dazu führen, dass sie ihre Trauer möglichst rasch bewältigen wollen; dass sie meinen, sie müssten sie umgehend loswerden. Ziel einer zugewandten und hilfreichen Trauerbegleitung ist es, die eigene Trauer als bleibendes Bindeglied zum Verstorbenen selbst wertzuschätzen. Bei diesem Hospizabend geht es um die personzentrierte Grundhaltung mit ihren drei Eckpfeilern Wertschätzung, Empathie und Echtheit. Beschreibungen von Fallsituationen aus der Trauerbegleitung sorgen für den notwendigen Praxisbezug.

Film-Exerzitien mit Dr. Bergmann und Michael Strodt

Der Wandel in Medizin und Gesundheitswesen berührt auch unser Bild von der Ärztin und dem Arzt. Dieser Wandel im Arztbild hat Ursachen und zeitigt Wirkungen im sozialpolitischen Gefüge unserer Gesellschaft. Äußere Rahmenbedingungen, wie der Strukturwandel in der Landschaft der Krankenhäuser und Kliniken, der Arztpraxen und der medizinischen Forschung, spielen dabei ebenso eine zentrale Rolle, wie der zunehmende Kostendruck und immer neu aufflammende Debatten um die angemessene Verteilung der Ressourcen. Über das ärztliche Berufsbild und unser Verständnis von Heilung und Genesung wollen wir vor dem Hintergrund des Films "Der Medicus" mit Dr. Hermann-Josef Bergmann und Michael Strodt ins Gespräch kommen.

Hospizabend mit Renate Lohmann

Mit diesem Hospizabend wird gemeinsam der Frage nachgegangen, ob und wenn ja, wie die Hospizarbeit und die Palliativmedizin den Blick auf Menschen, die sterben und auf das Sterben selbst verändert haben. Welche Maßstäbe werden an ein gelungenes gutes Ende gelegt und vor allem an wen? Kann Mensch beim eigenen Sterben versagen? Muss der Mensch eine Leistung vollbringen, um in die Kategorie "Gut gemacht!" zu kommen? Wie kann es allen Beteiligten gelingen, eine offene Haltung zu bewahren, wenn angenommen wird, dass das eine gute Haltung zum guten Sterben wäre? Renate Lohmann ist Diplom Pädagogin, Supervisorin und Mediatorin. Seit 2002 ist sie Leitung des Ambulanten Hospizdienstes in Oldenburg und will uns bei diesem Hospizabend mit der Suche nach dem "guten Ende" zum gemeinsamen Querdenken und zur Perspektiverweiterung einladen.

Hospizabend mit Michael Strodt

Der Trost ist nicht verfügbar. Und ich tue mich schwer, ihn zu begreifen. Die sogenannte Welt spendet ihn nicht. Aber die Religion als solche spendet ihn auch nicht. Auch die christliche nicht. Trösten kann mich der Glaube, der mich vor und mit Gott in der Endlichkeit leben lässt. Ganz sicher aber tröstet die Aufmerksamkeit, die wir für einander haben, dort wo wir einsam sind, verzweifelt, vielleicht tödlich erkrankt. Hier hilft nicht der Trost der wohlfeilen Worte und Überzeugungen - man denke an die Freunde Hiobs. Hier tröstet alleine ein Du, das mir nahe ist und die Zeit und Gefühle mit mir teilt. Und wo das geschieht, davon bin ich überzeugt, da ist Gott. Der Gott allen Trostes. Egal, ob er, Gott, dabei ausdrücklich angerufen wird oder nicht. Aber dieser Gottestrost wird heute in Zeiten der Gotteskrise immer unwahrscheinlicher. Statt Trost gibt es Vertröstungen, in Gesellschaft und Religion. Vertröstung ist Trost als Beschwichtigung, als Beruhigung und frommer Wunsch, oder gar Betrug. Der wirkliche Trost ist der, der nicht betrügt, sondern befreit. Theologie ist nicht zuletzt die Suche nach diesem wahren Trost. Er ist überaus kostbar und rar.

Hospizabend mit Ursula Frühauf

Behutsam wollen wir miteinander umgehen und nach einem kurzen meditativen Einstieg mit unterschiedlichen Methoden und Impulsen das Kreative Schreiben versuchen. Dabei können wir die Gedanken zum Tagungstitel in eigene Worte fassen, uns aber auch mit Trauer und Wut, Nähe und Einsamkeit, Wärme und Erinnerungen – also den Themen der Hospizund Palliativarbeit beschäftigen sowie über den Prozess des Schreibens miteinander ins Gespräch kommen. Ursula Frühauf ist Psychosoziale Leitung des Osnabrücker Hospizes und Fachleitung Trauer in Osnabrück.

Hospizabend mit Ilona Konken

Palliative Care ist ein Ansatz zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und ihren Familien, die mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung konfrontiert sind. Dies geschieht durch Vorbeugung und Linderung des Leidens mittels frühzeitiger Erkennung und korrekter Beurteilung der Behandlung von Schmerzen und anderen Beschwerden körperlicher, psychologischer und spiritueller Art. Der ambulante Palliativdienst hat das Ziel, schwerstkranke Menschen zu Hause zu begleiten und zu versorgen und ein menschenwürdiges Leben bis zum Tod in der vertrauten häuslichen Umgebung oder in stationären Pflegeeinrichtungen oder Einrichtungen der Behindertenhilfe zu ermöglichen. Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung und wird in der Regel vom Hausarzt oder Krankenhausarzt verordnet. Ilona Konken wird als Palliativ Care Fachkraft in Konzept, Grundlagen und Grundhaltung von Palliativ Care einführen und von ihren Erfahrungen als Koordinatorin der ambulanten Palliativversorgung berichten.

Hospizabend mit Franz Richardt

Das Bistum Osnabrück hat für die Zeit von Sept. 2015 bis Sept. 2016 mit dem Motto "damit sie zu Atem kommen" (Ex 23,12) ein Thema aufgenommen, das dem Stehen bleiben und Innehalten Raum schenkt. Die Künstlerin Eva Jung hat dazu das Hauptmotiv der roten und grünen Ampel entworfen und verfremdet: grün: stehen bleiben / rot: bewusst werden, dass wir laufen, rennen. Mit der Wahrheit: "Wer rote Ampeln überfährt, gefährdet sich und andere" (C. Hutter) möchte Pater Franz, ausgehend von der gegenwärtigen Situation, sieben Ampel-Stopps unterschiedlicher Art benennen. Pater Franz Richardt ist Geistlicher Direktor im Haus Ohrbeck. Vorher war der Franziskaner Dozent für Homiletik und Leiter des Pastoralseminars an der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Franziskaner und Kapuziner Münster Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören u.a. Seminare und Einkehrtage zur Spiritualität und Geistlichen Begleitung, sowie die Ausbildung in Trauerbegleitung, Notfallseelsorge und Palliative Care.

Hospizabend mit Eva Preuschaft

Schwerkranken sterbenden Menschen fällt es manchmal schwer, sich verbal auseinanderzusetzen mit ihrem Schicksal, ihrer Angst, ihrer Sorge und dem Leid für sich und ihre Angehörigen. Das Malen von Bildern aus der Seele eröffnet den Ausdruck der Gefühle durch Farben und Formen, berührt den persönlichen inneren Kern und gibt die Möglichkeit "noch einmal ganz bei sich zu sein". Im Umgang mit Farbe und Formen gibt es für die Seele eine Zeit der Entspannung, des Loslassens, der Erinnerung, des Aussöhnens, ja der Freude. Die für den Malenden oft überraschenden und eindrücklichen Werke sind ein „Schlüssel zur Kommunikation“ dort, wo Worte fehlen. In diesem Workshop erfahren Sie die Grundlage dieser besonderen Arbeit. Es werden Beispiele anhand von Bildwerken gezeigt und besprochen. Sie erhalten Informationen zur Ausbildung, zum Material, zum Malumfeld und zur Organisation. Und Sie dürfen ausprobieren, wie sich das "Malen von Bildern aus der Seele" anfühlt! Nur keine Scheu – wir sind alle (Lebens-) Künstler. Eva Preuschaft ist Hospiz- und Trauerbegleiterin, sowie Kunsttherapeutin IKKK, in Leer.

Hospizabend mit Norbert Mucksch

Jeder Todesfall ist auf sehr individuelle Art und Weise mit Trauer verbunden. Beim Tod durch einen Suizid kommen jedoch vielfältige Emotionen hinzu, die bei anderen Todesarten nicht oder deutlich weniger intensiv auftreten. Ein zentrales Gefühl bei Angehörigen nach Suizid ist das Gefühl von Schuld, verbunden mit der Frage nach eigener Verantwortung und nach nicht genutzten Möglichkeiten, diesen Tod verhindert zu haben. An diesem Hospizabend geht es um ein Tabuthema. Im gemeinsamen Austausch soll dieses Tabu besprechbar gemacht werden. Darüber hinaus will dieser Hospizabend Informationen rund um das Thema "Trauerbegleitung nach Suizid" vermitteln und vorhandene Unsicherheiten im Umgang mit Menschen nach Suizid reduzieren. Norbert Mucksch ist Diplom Theologe und Diplom Sozialarbeiter. Er arbeitet als Supervisor (DGSv), Pastoralpsychologe (DGfP) und Trauerbegleiter BVT in der Kolping Bildungsstätte in Münster/W. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die systemisch Sterbe- und Trauerbegleitung (Trauernde hören, wertschätzen, verstehen), die Qualifizierung zur Trauerbegleitung, sowie die Heilkraft des Schreibens (Ausdrucksschreiben) und Leitung und Management von Hospizgruppen.

Hospizabend mit Christoph Hutter

In der Kirche wurde viele Jahrhunderte lang in einer Art und Weise über Schuld gesprochen, die wenig konstruktiv war. Den Menschen wurde (Höllen-)Angst gemacht. Die Frohbotschaft wurde zur Drohbotschaft verzerrt. In der Gesellschaft von heute bietet sich ein ganz anderes Bild. Obwohl ganz offensichtlich Unrecht passiert, nimmt kaum einer das Wort Schuld in den Mund. Psychologisch ist beides problematisch. Weder das dauernde Spiel mit Schuldvorwürfen macht glücklich, noch der Wahn, ja keinen Fehler machen zu dürfen, immer perfekt und schuldlos zu sein. Dr. Christoph Hutter ist Leiter des Psychologischen Beratungszentrums Lingen. Er macht seine Anmerkungen zum Hospizabend als Deutscher und als Christ, wie er sagt. Beides macht eine Annäherung an das Schuldthema nicht leicht. Im Gegenteil. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass in beiden Kontexten das Wort Schuld so vorbelastet ist und einen so negativen und destruktiven Beigeschmack hat, dass es fast unnatürlich wäre, nicht zurückzuschrecken und das Terrain nicht zu meiden.

Hospizabend mit Marion Gövert

Wenn Kinder von Tod und Trauer betroffen sind, stehen wir vor besonderen Herausforderungen. Sowohl der kindliche Entwicklungsstand als auch der kindliche Umgang mit dem Tod beeinflussen die Möglichkeiten der Begleitung. Kinder springen in ihre Trauer hinein oder aus ihr heraus. Manchmal schweigen sie oder verlieren sich in ihr. Dann plötzlich scheint die Trauer vergessen zu sein und sie stürzen sich ins Spielen. Beim Hospizabend suchen wir gemeinsam nach den besonderen Bedingungen und schauen auf die Erfordernisse einer gelingenden Begleitung trauernder Kinder und Jugendlicher. Seit fünf Jahren gibt es das SPES VIVA-Trauerland in Belm. Dort begleiten 31 Ehrenamtliche junge Menschen auf ihrem Trauerweg. Für Trauerland-Leiterin Marion Gövert sind Ehrenamtliche wie Tanja Mehl dabei unentbehrlich.

Hospizabend mit Alwine Röckener

In vielen Kirchengemeinden wächst die Sensibilität für die Bedürfnisse trauernder Menschen. In den letzten Jahren sind Angebote wie Trauercafés oder Gesprächsgruppen entstanden, die sehr gut angenommen werden. Die Gemeinde zu einem Ort zu machen, an dem Trauernde sich aufgehoben fühlen, erfordere Kreativität, Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen. Gelingt es, verändert sich nicht nur etwas für die Trauernden. Die neue Atmosphäre strahlt weiter aus. Diese Erfahrung haben zwei Pfarreiengemeinschaften im südlichen Emsland mit einem neuen Projekt gemacht: Dort sind Ehrenamtliche ausgebildet worden, die im Namen der Kirchengemeinde einige Wochen nach der Beerdigung trauernde Angehörige besuchen. Die Resonanz auf diesen neuen Dienst ist ausgesprochen positiv. Alwine Röckener ist Gemeindereferentin und Trauerbegleiterin in Lingen und wird über Aufbau und Schulung der ehrenamtlichen Trauerbesuchsdienste in zwei Pfarreiengemeinschaften im südlichen Emsland berichten und über erste Erfahrungen mit uns ins Gespräch kommen.

Hospizabend mit Anja Egbers

Seit 2007 ist die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) in den Leistungskatalog der Krankenkasse aufgenommen worden. Seit etwa 2009 etablieren sich deutschlandweit mehr und mehr SAPV-Teams, die schwerstkranke und sterbende Menschen mit besonders komplexer Symptomatik in ihrer letzten Lebensphase zuhause versorgen. Diese Teams sind dem Palliative Care-Ansatz verpflichtet. So gehört auch in der SAPV die Berücksichtigung spiritueller Bedürfnisse in der Begleitung zum Selbstverständnis der Pflegenden und Ärzte. Für die Teams ist eine Vernetzung mit Seelsorgenden in ihrem Einzugsbereich wichtig. An diesem Hospizabend soll es um die Frage gehen, was Seelsorge in der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung bedeutet und welche unterschiedlichen Entwicklungen es im Bistum Osnabrück dazu schon gibt. Anja Egbers ist als Referentin für Hospizarbeit und Trauerpastoral zuständig für diese Entwicklungen im Bistum Osnabrück und will hierzu Orientierung geben.

Hospizabend mit Anke Robbe

Seit einem Jahr gibt es jetzt das Hospiz St. Veronika in Thuine - das erste stationäre Hospiz im Emsland. Mit diesem Hospiz wurde das letzte Glied der Versorgungskette für schwerkranke sterbenden Menschen geschaffen. Die Palliativstation im Elisabeth-Krankenhaus, der Palliativstützpunkt Südliches Emsland und die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) bieten dem Erkrankten und seinen Angehörigen Beratung und konkrete Hilfen an. Den Hospizgästen stehen 8 wohnlich eingerichtete Einzelzimmer mit eigenem Bad zur Verfügung. Um ein Miteinander zu leben bieten das Wohn- Esszimmer mit einer in den Raum integrierten Küchenzeile eine gemütliche Atmosphäre. Anke Robbe leitet seit einem Jahr das Hospiz in Thuine, deren Kosten zu 90% von Kranken- und Pflegeversicherungen übernommen werden. Die restlichen 10% der Kosten muss vom Träger durch Spenden getragen werden. Anke Robbe will an diesem Hospizabend mit uns über die Erfahrungen des ersten Jahres ins Gespräch kommen und von der Entwicklung des Hospizes erzählen.

Hospizabend mit Carmen Breuckmann-Giertz

Wenn Tempo und Erfolg, Gesundheit und uneingeschränkte Leistungsfähigkeit zu den Maßstäben des Alltags gemacht werden, steht die hospizliche Haltung des Bleibens quer zur Zeit, weil sie herausfordert innezuhalten, zu entschleunigen, den Blick auf den Einzelnen in seiner Einmaligkeit ebenso freizulegen wie auf das Verletzte, Gebrochene und Traurige, indem dieses zugelassen wird. Diese Haltung einzulösen bleibt anstrengend, nicht nur, weil sie sich immer neu dem An-Spruch des Einzelnen stellt. Genau darin besteht die Hauptaufgabe der hospizlich Ehrenamtlichen, die in ihrer kritisch-engagierten Stimme, dem Leben bis zum Schluss verpflichtet, zu stärken sind. Mit ihnen gilt es, eine tragfähige Kultur des Sterbens im Sinne einer "ars moriendi" zu gestalten, in dessen Mittelpunkt der Sterbende und der Trauernde stehen. Dr. Carmen Breuckmann-Giertz ist Vorsitzende der Hospiz-Stiftung-Niedersachen, mit der die Kirchen die Ehrenamtlichkeit in der Hospizarbeit fördern will.

Hospizabend mit Michael Strodt

Trauer ist nicht vorhersehbar. Dabei ist Trauer eine wichtige, natürliche Reaktion auf einen Verlust. Das Gefühl kennen wir alle von Kindheit an, denn immer wieder müssen wir uns mit Verlusten auseinandersetzen: sei es durch Trennung, Umzug, Jobwechsel etc. Trotzdem trifft uns diese Emotion mit überraschender Wucht und völlig unvorbereitet, wenn wir einen geliebten Menschen durch Unfall oder Krankheit verloren haben - selbst dann, wenn das Lebensende absehbar war. Und wenn das Ausmaß der Trauer den normalen Rahmen sprengt, fragen wir uns: Wie viel Trauer ist normal? Wie lange darf man trauern? Wie finde ich meinen eigenen Weg, damit umzugehen? Dieser Hospizabend soll helfen, das nicht neue, aber überraschende Gefühl der Trauer besser zu verstehen und den Trauerprozess einzuordnen. Menschen, die ihren Partner, ihre Eltern oder ihr Kind verloren haben, erzählen aus ihrer Perspektive über das, was sie bewegt. Gemeinsam ist allen, dass sie einen Weg gefunden haben, mit der Trauer zu leben.

Hospizabend mit Klaus Klother

Häufig sind Mitarbeiter sowie Angehörige unsicher, wie lange und wie weitreichend sterbende Patienten behandelt werden müssen und dürfen. "Um auf Nummer sicherzugehen" werden Patienten dann vielfach bis zu Letzt maximal therapiert, weil man ja keine aktive Sterbehilfe betreiben möchte. Bei diesem Hospizabend sollen die unterschiedlichen Begriffe für die Behandlung sterbender Menschen (wie z. B. aktive, passive und indirekte Sterbehilfe) erläutert und voneinander abgegrenzt werden. Dabei geht es neben der rechtlichen vor allem auch um die ethische Bewertung. Anhand von Fallbeispielen soll dann der Umgang mit den Begriffen eingeübt werden. Dr. Klaus Klother leitet das Referat Ethik in Medizin und Pflege beim Katholischer Krankenhausverband der Diözese Osnabrück. Er stammt aus Neuss am Niederrhein und ging für das Studium nach Bonn, später nach Freiburg, wo er promovierte. Einem Intermezzo beim Zentrum für Berufungspastoral der Bischofskonferenz folgte die an die Katholische Akademie des Bistums Speyer angegliederte Tätigkeit in Ludwigshafen. Nebenbei schrieb er Beiträge für eine digitale Zeitschrift für Medizinethik. "Dabei habe ich gelernt, abstrakte Debatten über das Thema sprachlich auf eine einfache Ebene herunterzubrechen", sagt er.

Hospizabend mit Peter Göhlich

Unsere Kultur ist arm geworden an Ritualen für die wichtigen Lebensübergänge, wie sie uns unter anderem auch in Zeiten der Trauer begegnen. Es fehlen uns einerseits Orientierungen in Zeiten von Krisen und Veränderung. Andererseits sind wir frei geworden, selbst Rituale für und mit den eigenen Lebens- und Arbeitsgemeinschaften, in der Familie und den Kollegen zu kreieren. Der Hospizabend legt den Fokus auf die "Fachliche Kompetenz" und will zunächst ein Verständnis für Rituale allgemein schaffen. Er soll helfen, eigene Erfahrungen zu Rituale zu klären, und erläutert darüber hinaus Merkmale, besondere Funktionen und Phasen von Ritualen. Als Krankenhausseelsorger im Ludmillenstift, aber auch als Exerzitienleiter und Geistlicher Begleiter (GCL) kann Pfarrer Peter Göhlich aus einen großen Schatz guter Erfahrungen mit der Kraft der Rituale schöpfen, den er für die Begleitung sterbender und trauernder Menschen zur Verfügung stellen möchte.

Hospizabend mit Dr. Hermann-Josef Bergmann

Angestoßen durch Giovanni Maios hintergründiges Plädoyer für eine Ethik der Besonnenheit wollen wir mit Dr. Hermann-Josef Bergmann über Fragen ins Gespräch kommen, die ungeahnte Perspektiven eröffnen. Wohin führen uns die Versprechen der Reproduktions- und Transplantationsmedizin? Inwieweit ist Gesundheit machbar - und inwieweit auch Geschenk? Verspricht das "schöner, besser, leistungsfähiger" größeres Glück? Warum ist die Frage nach der Organspende schwieriger, als uns suggeriert wird? Hat das Altsein nicht einen eigenen Wert? Wie können wir eine Einstellung zum Sterben gewinnen, durch die wir uns nicht ausgeliefert fühlen? Wie krank darf man heutzutage in unserer schönen Welt noch sein? Warum bietet der Arzt dem Patienten lieber eine weitergehende Diagnostik als auf seine emotionalen Bedürfnisse einzugehen? Dr. med. Hermann-Josef Bergmann ist Facharzt für Innere Medizin und Palliativmedizin, der auch als medizinischer Beirat des Hospizvereins über eine große Erfahrung mit palliativmedizinischen Fragen an den Grenzen des Lebens verfügt.

Hospizabend mit Gabriele Breuckmann

Angehörige von an Demenzerkrankten erleben täglich die große Sprachlosigkeit aus dem eigenen Umfeld im Umgang mit den Betroffenen. Wir brauchen Informationen zu dem Krankheitsbild "Demenz", zur Biografie des Betroffenen, zum richtigen Umgang in den Herausforderungen im Alltag. Ist die Veränderung der normale Alterungsprozess - oder ist es vielleicht doch Demenz? Lange, bevor die Veränderung sich abzeichnet, fühlen beide Seiten längst, dass die alltäglichen Dinge für den Betroffenen zu einem Problem geworden sind, was aber hoffentlich niemand sieht. Kennen Sie auch diese Situation und gibt es Wege, die den Umgang erleichtern helfen? An Ihren Praxisbeispielen und für sie gangbaren Lösungswegen können wir gemeinsam arbeiten. Mein Name ist Gabriele Breuckmann. Ich bin ausgebildeter Coach – mein besonderer Schwerpunkt liegt im Bereich des Pflegecoachings. Ein besonderer Schwerpunkt liegt im Krankheitsbild der Demenz.

Hospizabend mit Manfred Hillmann

In sozialen Bereichen arbeiten Millionen Menschen beruflich und ehrenamtlich. Für sie bedeutet das Engagement Dienst am Nächsten. Sie machen es gerne und mit Freude, weil es ihrem Leben Sinn gibt und weil es andere Menschen glücklich macht. Wer mit Menschen zu tun hat, bekommt es aber auch mit einer Vielfalt von Phänomenen zu tun. Wo Menschen sich begegnen ist bewegtes Leben. Anforderungen, Erwartungen, Entscheidungen treffen, Grenzen setzen sind nur einige Aspekte. Wer es mit anderen zu tun hat, bekommt es auch mit sich selbst zu tun. Finde ich in mir die rechte Gelassenheit für mein Tun? Kenne ich meine Kompetenzen und Begabungen? Kann ich auch für mich selbst gut sorgen? Schließlich kommt die Selbsterkenntnis, dass gute Fürsorge gute Selbstsorge voraussetzt. Was das bedeutet, darüber erfahren wir etwas im Vortrag vom Logotherapeuten, Dipl. Sozialpädagogen und B.A. Philosophen Manfred Hillmann aus Meppen.

Hospizabend mit Karola Dürbaum

Seit fast 10 Jahren bieten wir im Hümmling Hospital in Sögel ein Gesprächscafé für Trauernde an. Es ist kein Café der üblichen Art, denn es handelt sich um eine geleitete Trauergruppe, die für Frauen und Männer jeden Alters offen ist. Jeweils am letzten Donnerstag im Monat von 15 bis 17 Uhr geben wir damit der Trauer im Alltag Raum und wollen neue Kraft schöpfen durch den Gedanken- und Gesprächsaustausch mit anderen Betroffenen. Denn Trauer ist ein notwendiger Prozess zur Gesundung von Seele und Körper. Die Gruppe wird geleitet von der erfahrenen Trauerbegleiterin Karola Dürbaum, die auch als Patientenfürsprecherin am Hümmling Hospital arbeitet. Sie wird im Rahmen der diesjährigen Mitgliederversammlung des Sögeler Hospizvereins von ihren Erfahrungen berichten und davon, wie sie Menschen durch die Trauer begleitet.

Hospizabend mit Günter Oberthür

Wenn nahestehende Menschen sterben, ist Trauer, die auf den Verlust. Das gilt für Frauen wie für Männer. Dabei kennt die Trauer individuell vielfältige Ausdrucksformen. Männer stehen allerdings schneller unter dem Verdacht, ihr Empfinden zu verdrängen, wenn sie sich nicht aussprechen oder in die Arbeit zu flüchten. Auch in der Hospizarbeit und Trauerbegleitung engagieren sich vorrangig Frauen. Wie halten es die Männer tatsächlich mit dieser schmerzlichen wie heilsamen Trauer? Ein Blick auf männliche Erlebnisweisen, Hintergründe und Zusammenhänge aus der Männerforschung helfen, geschlechtsspezifisches Verhalten besser zu verstehen und damit umzugehen. Die Gruppe wird geleitet von der erfahrenen Trauerbegleiterin Karola Dürbaum, die auch als Patientenfürsprecherin am Hümmling Hospital arbeitet. Sie wird im Rahmen der diesjährigen Mitgliederversammlung des Sögeler Hospizvereins von ihren Erfahrungen berichten und davon, wie sie Menschen durch die Trauer begleitet.

Hospizabend mit Tanja M. Brinkmann

Schuldfragen und Schuldvorwürfe sind typisch für Trauerprozesse: "Hätte mein Mann doch noch die Chemotherapie versucht!", "Das verzeihe ich mir nie, dass ich nicht dabei war, als sie gestorben ist!", "Warum hat er uns das angetan?". Schuldvorwürfe und -fragen sind quälend und zäh – in erster Linie für trauernde Menschen, aber auch Fachkräfte beißen sich in der Begleitung häufig die Zähne daran aus. In dem Vortrag wird anhand des Konzepts der "Konstruktiven Schuldbearbeitung" von Chris Paul gezeigt, welche Funktionen Schuldvorwürfe haben bzw. warum Schuldvorwürfe Sinn machen. Es werden zudem Hinweise gegeben, wie in der Trauerbegleitung mit Schuldvorwürfen konstruktiv umgegangen werden kann. Der Vortrag und die Diskussion richten sich in erster Linie an Fachkräfte und Ehrenamtliche, die in ihrer Arbeit mit trauernden Menschen konfrontiert sind und einen ungewohnten Blick auf das Phänomen der Schuld(-bearbeitung) werfen wollen. Tanja M. Brinkmann ist Krankenschwester, Dipl. Sozialpädagogin und promovierte Soziologin. Sie ist selbstständige Trauerbegleiterin sowie Trainerin zu Trauer am Arbeitsplatz, Palliative Care und Selbstsorge.

Hospizabend mit Martina Mensen

Jeder möchte seine letzte Lebensphase möglichst zu Hause verbringen. Um das möglich zu machen, arbeitet der Palliativstützpunkt Nördliches Emsland mit den verschiedensten Leistungsanbietern im nördlichen und mittleren Emsland zusammen. Dazu zählen Pflegedienste, Hospizvereine, Apotheken, Haus- und Fachärzte, Therapeuten und viele mehr. Sie haben sich zur Kontaktpflege im Palliativnetzwerk zusammengeschlossen. Und es werden immer mehr. "Der Verteiler unseres Netzwerkes zählt mittlerweile über 170 Kontakte und es ist schön zu sehen, dass bei jedem Netzwerktreffen neue Mitglieder und Gesichter hinzu kommen", so Palliativstützpunktkoordinatorin Martina Mensen. Damit das Netzwerk und damit auch die Versorgung von schwerstkranken und sterbenden Menschen immer weiter wachsen, lädt der Palliativstützpunkt insbesondere alle interessierte Hospizhelderinnen und -helder ein, sich am Netzwerk zu beteiligen.

Hospizabend mit Heinrich Dickerhoff

Märchen als Ausdruck verdichteter Lebenserfahrung und kultureller Überlieferung stellen in der Hospizarbeit einen besonderen Zugang her, das Leben über Sinnbilder zu erfahren und zu begreifen. Über die Inhalte von Märchen in einen gedanklichen Austausch zu kommen und dadurch Begegnung zu schaffen, kann ein wichtiges Element in der Sterbe- und Trauerbegleitung sein. Es geht dabei weniger um die zentralen Aussagen und Inhalte der einzelnen Märchen an sich, als vielmehr um die darin enthaltene Bildhaftigkeit und ihre besondere Sprache. Die in den Märchen enthaltene Weisheit liefert Anknüpfungspunkte, die als Erzählimpulse geeignet sind, Begleitung zu gestalten. Heinrich Dickerhoff hat katholische Theologie, Geschichte und Judaistik studiert, ist Direktor der Katholischen Akademie Stapelfeld und Präsident der Europäischen Märchengesellschaft e.V. Seine Publikationsliste zum Themenbereich Märchen ist lang und umfasst sowohl Märchen verschiedener Kulturkreise, wie auch solche, die in der Katechese und Erwachsenenbildung als biblische Lebenskunde zum Einsatz kommen können. Sein Anliegen ist es, die Botschaft der Märchen verstehbar zu machen.

Hospizabend mit Marianne Schleper

Mit Kindern und Jugendlichen über den Tod zu sprechen fällt uns Erwachsenen oft schwer und bereitet uns Unbehagen und manchmal auch Hilflosigkeit. Wie trauern Kinder in welchem Alter, und was kann ich als Erwachsener tun? Wie können wir Kindern deutlich machen, dass neben dem Gefühl der Traurigkeit auch Gefühle wie Wut, Enttäuschung und Ärger Raum haben dürfen?
Mit Hilfe von Geschichten wird die Diplom Motopädin, Kindertherapeutin und Myroagogin (Trauerbegleiterin) Marianne Schleper von der psychologischen Beratungsstelle in Meppen von ihren Erfahrungen aus ihrer Trauerbegleitung mit Kindern und Jugendlichen berichten und einen Einblick vermitteln, wie sie mit Kindern Gespräche über Tod & Trauer führt.

Hospizabend mit Cecilia Feldkamp

Gefühle werden nicht dement. Gefühle treten durch die Demenz stärker und klarer hervor, weil sie schlechter oder gar nicht mehr reguliert werden können. Für die Angehörigen und auch für die Hospizhelfer liege die Herausforderung darin, diese Gefühle zuzulassen und nicht beruhigend abzuwiegeln. Denn zumeist liegen die Gründe dafür in der Vergangenheit der desorientierten Personen. Das können Erlebnisse sein, die bereits über fünfzig Jahre zurückliegen. Gefühle werden aber nicht dement. Deswegen geht es darum, die Verhaltensweisen zu hinterfragen um sie zu verstehen. Mit viel Feingefühl und den richtigen Fragen kann man so den Umgang mit demenziell erkrankten Personen erleichtern.
Das demente Verhalten ist ja nicht nur eine Folge anatomischer Veränderungen im Gehirn, sondern das Ergebnis einer Kombination körperlicher, sozialer und psychischer Veränderungen. Demenzkranke muss man akzeptieren, ohne sie zu beurteilen. Einfühlung und Mitgefühl führt zu Vertrauen, verringert die Angstzustände und stellt die Würde eines verwirrten Menschen wieder her.

Hospizabend mit Cecilia Feldkamp

Validation ist eine Kommunikationsmethode, die sich speziell für den Umgang mit dementiell erkrankten Menschen eignet. Die Deutsch-Amerikanerin Naomi Feil hat diese Methode entwickelt. Sie geht von dem Grundsatz aus, dass desorientierte, ältere Menschen das Recht haben, so zu sein, wie sie sind. Sie plädiert dafür, dass Personen, die diese im Alltag begleiten, "sich in die Schuhe des Desorientierten stellen" und so einen würdevollen Umgang mit ihnen finden, sie anerkennen, wertschätzen und ihre Persönlichkeit gelten lassen.
Validation berücksichtigt die emotionale Befindlichkeit des altersverwirrten Menschen. Das Prinzip dieser Methode besagt, dass Desorientiertheit nicht auf organischen Schäden des Gehirns beruht, sondern dass sich der Altersverwirrte unbewusst in die Vergangenheit zurückzieht, um Unvollendetes aus der Vergangenheit aufzuarbeiten. Die Kenntnisse der Validationstechnik ermöglichen es das Stadium der Desorientierung einzuschätzen und so gezielt auf die Bedürfnisse und Gefühle der altersverwirrten Menschen einzugehen.

Hospizabend mit Georg Humbert

Sterben und Trauer sind in der psychotherapeutischen Praxis wichtige Themen. Wenn ein Mensch stirbt, gerade, wenn er unerwartet stirbt, sich selbst tötet oder einem Unglück zum Opfer fällt, dann bleibt für die betroffene Familie nichts, wie es vorher war. Als Psychotherapeut begleitet Georg Humbert immer wieder solche intensiven Trauerprozesse und setzt sich seit vielen Jahren mit Fragen rund um das Thema Sterben und Trauer in der Familie auseinander. Der Hospizabend gibt Anregungen zur eigenen Auseinandersetzung mit den entsprechenden Fragestellungen und zur praktischen Arbeit in der Hospizbegleitung.

Hospizabend mit Emine Yildirim

Wo ihr Grab sein soll, treibt fast alle der fünf Millionen Muslime in Deutschland um. Über 90 Prozent der Deutschtürken werden nach ihrem Tod in die Türkei überführt und dort bestattet. Das liegt nicht zuletzt an strikten deutschen Bestattungsgesetzen. Muslime wünschen sich Reform der deutschen Bestattungsgesetze. Mehr darüber und über den Umgang mit sterbenden und trauernden Muslimen im Krankenhaus und Hospiz hören wir von Emine Yildirim von den muslimischen Gemeinde in Papenburg.

Hospizabend mit Andrea Schwarz

Glaube das scheint oft etwas zu sein, was nur am Sonntag vorkommt und vielleicht an großen Festtagen und zuständig sind dann in der Regel die Profis, also Priester, Ordensschwester, hauptamtliche Mitarbeiter. Glaube aber will von uns allen im Alltag gelebt sein und muss deshalb aus den großen Geldscheinen, den schönen Worten, den hohen Idealen in das Kleingeld des Alltags, die kleinen Handlungen, in Einstellungen und Haltungen umgewechselt werden. Aber es gilt genauso andersherum: Mitten im Alltag, mitten im Leben gilt es die Spuren unseres Glaubens zu entdecken, die Momente, in denen ein Stück Himmel mitten auf der Erde aufblitzt. Dazu möchte dieser Abend mit Geschichten aus dem Leben einladen, Geschichten, die mal lustig sind, mal einen ernsteren Hintergrund haben denen aber allen gleich ist, dass sie berühren wollen und nachdenklich machen um mitten im Leben den Himmel zu entdecken!

Hospizabend mit Michael Strodt

Unfall, schwere Krankheit, Demenz: Es gibt Lebenssituationen, in denen wir unerwartet auf die Versorgung durch andere angewiesen sein können. Heute die gewünschte medizinische Betreuung für den Fall festzulegen, dass man sich selbst irgendwann einmal dazu nicht mehr äußern kann – das ist sinnvoll und möglich: mit einer Patientenverfügung. Oftmals verhindern aber Hilflosigkeit und die Scheu, sich mit dem eigenen Ende auseinanderzusetzen, die Niederschrift einer eigenen Patientenverfügung. Wie soll man es anfangen, eine Patientenverfügung richtig und verständlich zu formulieren, welche Situationen sind überhaupt denkbar? Der Hospizabend will zeigen, was beim Verfassen einer Patientenverfügung bedacht werden sollte, wo man Informationen bekommt und wer sonst noch eine Hilfe bei diesem komplexen Thema sein kann. Er will informieren und motivieren, frühzeitig die Dinge zu regeln, die möglicherweise später einmal eintreten können.

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